Windenergie befördert Naturschutz

Energiewende MV-Blog

Die erneuerbaren Energien sind gut für den Klimaschutz. Das wissen heutzutage schon die Schulkinder. Aber auch der Naturschutz gewinnt durch die Erneuerbaren.

So beobachteten Vogelschützer: Gefährdete Arten, wie zum Beispiel Rebhühner, finden in Windparks neue Schutzräume. Diese waren zuvor in den flurbereinigten Agrarlandschaften immer weniger geworden. Wo Windräder stehen, nimmt die Zahl der Rebhühner wieder zu.

Auch auf See bieten Windparks völlig neue Möglichkeiten des Artenschutzes. So gingen die Bestände von Hummer vor Helgoland in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurück. Seit einigen Jahren betreibt die Biologische Anstalt Helgoland die Erhöhung der Bestände. Sie sehen dafür in den Fundamenten von Offshore-Windenergieanlagen geeignete, geschützte Räume für diese Krebs-Gattung.

Ein anderes Beispiel berichtet ein Obstbauer aus der Nähe von Schwerin. Er befürwortet mit Nachdruck Windräder in der Nähe seiner Obstpflanzungen. Sie sorgen für eine gewisse Verwirbelung der Luft. Diese ist stark genug, um Insekten auf natürliche Weise zu vertreiben. Seitdem verwendet er viel weniger Pestizide. Öko-Landwirtschaft wird so erheblich leichter.

Natürlich bringen Windräder auch Risiken für Tier- und Vogelarten mit sich. Bei einer sorgfältigen Standortwahl lassen sich diese Risiken aber wesentlich verringern. Schon die Genehmigungsbehörden haben mit ihren Tabu-Kriterien hierauf ein wachsames Auge. Im übrigen gibt es viel Raum für Innovation für die Turm-Hersteller, um den Naturschutz weiter zu verbessern.

Richtigerweise stellte der Repräsentant einer Naturschutz-Organisation bei einem Werkstatt-Gespräch der Blau MV auch fest: Weitaus mehr Rotmilane kommen durch Fahrzeuge an Autobahnen ums Leben als durch Windräder.

Richtig geplant befördert die Windenergie somit den Naturschutz. Es wäre daher falsch, einen Gegensatz zwischen beidem zu konstruieren. Dieses gilt um so mehr im Vergleich mit der Braun- und der Steinkohle, die unbestreitbar die Natur massiv schädigen.

Reinhard Stuth